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Prof. Dr. Thomas Schwinn

Forschungsprofil

Soziologische Theorie | Differenzierungstheorie | Soziale Ungleichheit | Multiple Modernities | Religionssoziologie

Die Genese der Moderne interessierte die Klassiker der Soziologie. Heute steht die Ausbreitung dieser Epoche in den Globalisierungsprozessen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Dies stellt eine Herausforderung für die soziologische Theorie, auch die Max Webers, dar. Die bisher angebotenen Grundkoordinaten zur Bestimmung von Modernität bieten keine sicheren Leitorientierungen mehr. Bestehende sozialtheoretische Begriffe, Konzepte und Modelle müssen überdacht werden. Modernisierung und Verwestlichung sind nicht deckungsgleich. In ihrer aktuellen Ausbreitung pluralisiert sich die Moderne. Der Forschungsschwerpunkt knüpft an Max Webers kulturvergleichende Soziologie, insbesondere an seine Religionssoziologie, an und entwickelt sie in Auseinandersetzung mit alternativen Theorieangeboten, wie Weltgesellschafts- und Weltsystemtheorien, weiter. Mit der Pluralisierung der Moderne werden auch die Wahrnehmungen und Lösungsstrategien für gesellschaftliche Herausforderungen, wie etwa die ökologische Problematik, variieren.

In einem weiteren Forschungsschwerpunkt steht die Verknüpfung der zwei großen Theorietraditionen der Soziologie zur makrosozialen Beschreibung und Erklärung gesellschaftlicher Grundstrukturen im Mittelpunkt: Differenzierungstheorien und Ungleichheitstheorien. Beide laufen bisher weitgehend beziehungslos nebeneinander her. Um diesen theoretisch wie empirisch unbefriedigenden Zustand zu überwinden, wird nach konzeptuellen Brücken und Verknüpfungen gesucht. Mit einer solchen Kombination der beiden makrosozialen Grundachsen der Gesellschaft lassen sich viele Themen- und Problemfelder adäquater analysieren als mit nur einer Strukturdimension: etwa Fragen der Plan- und Steuerbarkeit moderner Gesellschaften, sozialer Ungleichheit und sozialer Integration; die Entwicklung von globalen Strukturen sozialer Ungleichheit.

Ausgewählte Publikationen

  • Spaltung und Zusammenhalt. Von Metaphern und Begriffen, in: Soziale Welt, Sonderband 27 (2026), S. 64-90.
  • Theorieentwicklung, Sozialstrukturanalyse und der Stellenwert sozialer Ungleichheit, in: Petra Böhnke, Dirk Konietzka (Hrsg.): Handbuch Sozialstrukturanalyse. 2026 Wiesbaden: Springer.
  • Rigid Differentiation Theory and Flexible Sociology of Religion?, in: Historicizing Secular-Religion-Demarcations. Interdisciplinary Contributions to Differentiation Theory. Edited by Monika Wohlrab-Sahr, Christoph Kleine, Daniel Witte. Berlin/Boston: de Gruyter 2024, 379-406.
  • Max Weber revisited: Zur Aktualität eines Klassikers. Weinheim: Beltz Juventa 2022 (mit Ulrich Bachmann). 2. Auflage 2023.
  • Social Integration – Levels and Dimensions, in: Daniela Grunow, Patrick Sachweh, Uwe Schimank und Richard Traunmüller (Hrsg.), Social Integration. Sonderheft 63 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpyschologie. Wiesbaden: Springer VS 2023, S. 35-67.
  • Soziale Ungleichheit in differenzierten Ordnungen. Zur Wechselwirkung zweier Strukturprinzipien, Tübingen: Mohr Siebeck 2019.
  • Differenzierung ohne Gesellschaft. Umstellung eines soziologischen Konzepts, Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2001.
  • Max Weber’s Methodological Individualism, in: Nathalie Bulle und Francesco di Iorio (Hrsg.): The Palgrave Handbook of Methodological Individualism, Vol 1. Palgrave Macmillan 2023, S. 321-345.
  • „Globalisation and regional variety: Problems of theorisation“, in: Jürgen Schriewer (ed.), Re-Conceptualising the Global/Local Nexus: Meaning Constellations in the World Society (Special Issue of Comparative Education 48: 2012), pp. 525-543.
  • (Hg.) Die Vielfalt und die Einheit der Moderne. Kultur- und strukturvergleichende Analysen, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006; darin vom Herausgeber Die Vielfalt und die Einheit der Moderne. Perspektiven und Probleme eines Forschungsprogramms, S. 7-34

Aktuelle Forschungsprojekte

Table

Aktuell
Differenzierungstheorie und soziale Ungleichheit
Aktuell
Multiple Modernities und Religionssoziologie
Aktuell
Soziologische Theorie nach Max Weber

Soziologische Theorie - Max Weber-Forschung

Das theoretische Profil des Max-Weber-Instituts für Soziologie ist seit vielen Jahren durch den Versuch bestimmt, mittels einer systematischen Rekonstruktion des Werkes von Max Weber ein soziologisches Paradigma zu entwickeln, dass an die zeitgenössische nationale und internationale Theoriediskussion
anschlussfähig ist. Über die weberimmanente Interpretation und Rekonstruktion hinaus wird dieser Ansatz in
Auseinandersetzung mit konkurrierenden Paradigmen entwickelt, wie der Systemtheorie, Rational Choice,
Theorie des kommunikativen Handelns, Praxistheorien . Der Max-Weber-Ansatz stellt eine konkurrenzfähige
Alternative zu diesen Theorien in der Soziologie dar.
Das damit verbundene Forschungsprogramm wird im Rahmen von Konferenzen, Publikationen und einer
Buchreihe (Studien zum Weber-Paradigma, Springer VS) fortgeführt. Wissenschaftler aus vielen Ländern
kommen für ihre Forschung an das Max-Weber-Institut für Soziologie der Universität Heidelberg . Eine öffentliche
Vortragsreihe wurde von Prof. Dr. Thomas Schwinn und Dr. Ulrich Bachmann zu Max Webers 100. Todestag
2020 an der Universität Heidelberg organisiert. Die Vorträge sind über hei-ONLINE zugänglich.
Veröffentlichungen (Auswahl) :
• Max Weber's Methodological lndividualism. In: The Palgrave Handbook of Methodological lndividualism,
Vol. 1. Edited by Nathalie Bulle and Francesco di lorio. Palgrave Macmillan 2023, S. 321-345.
• Max Weber revisited: Zur Aktualisierung eines Klassikers, 2. Auflage (hrsg. mit Ulrich Bachmann).
Weinheim/Basel 2022.
• Klassikerdämmerung. 100 Jahre Max Weber im Kontext der Soziologiegeschichte und des aktuellen
Zustandes unserer Disziplin . Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 72 (2020), S.
351-381 .
• Alte Begriffe - Neue Probleme. Max Webers Soziologie im Lichte aktueller Problemstellungen (hrsg. mit
Gert Albert). Tübingen: Mohr Siebeck 2016.
• Max Weber und die Systemtheorie. Studien einer handlungstheoretischen Makrosoziologie, Tübingen:
Mohr Siebeck 2013.
• ,,Jürgen Habermas on Linking Systemsand Action Theory", in: SpazioFilosofico 2016, S. 143-156, Online
ISSN: 2038-6788, http://www.spaziofilosofico.it/.
• Artikel „Ordnung",,,Wertsphären und Lebensordnungen", ,,Zwischenbetrachtung", in: Hans-Peter Müller
und Steffen Sigmund (Hg.), Max-Weber-Handbuch. Leben-Werk-Wirkung, Stuttgart/Weimar 2014, S.
98-100, S. 147-149, S. 259-262.
• ,,Interaktion, Organisation, Gesellschaft. Eine Alternative zu Mikro-Makro?", in: Bettina Heintz/Hartmann
Tyrell (Hrsg.), Interaktion, Organisation, Gesellschaft revisited. Sonderheft 2 der Zeitschrift für Soziologie
zu Niklas Luhmann. Stuttgart: Lucius 2015, S. 43-64. ,,Brauchen wir den Systembegriff? Zur (Un-)Vereinbarkeit von Akteur- und Systemtheorie", in: Gert Albert
und Steffen Sigmund (Hg .), Soziologische Theorie - kontrovers. 50. Sonderheft der Kölner Zeitschrift für
Soziologie und Sozialpsychologie, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010, S. 447-461, S.
472-477.
• ,,lnstitutionenanalyse und Makrosoziologie nach Max Weber", in: Mateusz Stachura/Agathe BienfaiUGert
Albert/Steffen Sigmund (Hg.), Der Sinn der Institutionen. Mehr-Ebenen und Mehr-Seiten-Analysen.
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009, S. 43-69.
• ,,Individual and Collective Agency", in: William Outhwaite / Stephen P. Turner (eds.), The SAGE Handbook
of Social Science Methodology, London: Sage 2007, S. 302-315.
• ,,Der Nutzen der Akteure und die Werte der Systeme", in: Rainer Greshoff/Uwe Schimank (Hrsg .),
Integrative Sozialtheorie? Esser - Luhmann - Weber, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften
2006, S. 39-62
• ,,Unterscheidungskriterien für handlungs- und systemtheoretische Paradigmen in der Soziologie", in:
Manfred Gabriel (Hg.), Paradigmen der akteurszentrierten Soziologie, Wiesbaden: VS Verlag für
Sozialwissenschaften 2004, S. 69-89.
• ,,Makrosoziologie jenseits von Gesellschaftstheorie. Funktionalismuskritik nach Max Weber", in: Jens
Jetzkowitz und Garsten Stark (Hg.), Soziologischer Funktionalismus. Zur Methodologie einer
Theorietradition , Opladen: Leske + Budrich 2003, S. 83-109.
• Differenzierung ohne Gesellschaft. Umstellung eines soziologischen Konzepts. Weilerswist: Velbrück
Wissenschaft 2001.
• Jenseits von Subjektivismus und Objektivismus. Max Weber, Alfred Schütz und Talcott Parsons, Berlin :
Duncker & Humblot 1993.

Mulliple Modernities und Religionssoziologie

Die Genese der Moderne interessierte die Klassiker der Soziologie. Heute steht die Ausbreitung dieser Epoche
in den Globalisierungsprozessen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Dies stellt eine Herausforderung für die
soziologische Theorie, auch die Max Webers dar. Die bisher angebotenen Grundkoordinaten zur Bestimmung
von Modernität bieten keine sicheren Leitorientierungen mehr. Bestehende sozialtheoretische Begriffe, Konzepte
und Modelle müssen überdacht werden. Modernisierung und Verwestlichung sind nicht deckungsgleich. In ihrer
aktuellen Ausbreitung pluralisiert sich die Moderne. Der Forschungsschwerpunkt knüpft an Max Webers
kulturvergleichende Soziologie, insbesondere an seine Religionssoziologie, an und entwickelt sie in, Auseinandersetzung mit alternativen Theorieangeboten, wie Weltgesellschafts- und Weltsystemtheorien , weiter.

Eine thematische Auswahl von Publikationen des Autors in den zurückliegenden Jahren:
• Rigid Differentiation Theory and Flexible Sociology of Religion?, in: Historicizing Secular-Religion- • ®
Demarcations. lnterdisciplinary Contributions to Differentiation Theory. Edited by Monika Wohlrab-Sahr,
Christoph Kleine, Daniel Witte. Berlin/Boston: de Gruyter 2024, 379-406.
• Zur Aktualität von Max Webers religionssoziologischem Analyseprogramm , in: Ulrich Bachmann und
Thomas Schwinn (Hrsg .): Theorie als Beruf. Festschrift für Wolfgang Schluchter. Wiesbaden: Springer VS
2021, S. 1-26.

,,Achsenzeit - Investiturstreit - Reformation. Eine Religionsgeschichte der Moderne", in: Die Verwandlung
des Heiligen. Die Geburt der Modeme aus dem Geist der Religion. Matthias Pohlig und Detlef Pollack
(Hrsg .). Berlin: Berlin University Press 2020, S. 139-172.
• ,,Die 'Macht des Heiligen' als eine Alternative zur Entzauberung? Zu Hans Joas' Religionstheorie", in:
BerlinerJournalfürSoziologie 29 (2019), S. 127-149.
• .,Paths to Modernity and the Secularization lssue", in: Analyse & Kritik 39 (2017), S. 387-402.
• ,,Von der vergleichenden Religionssoziologie zur vergleichenden politischen Soziologie. Max Weber und
die Vielfalt der Moderne", in: Thomas Schwinn/Gert Albert (Hg.), Alte Begriffe - Neue Probleme. Max
Webers Soziologie im Lichte aktueller Herausforderungen. Tübingen: Mohr Siebeck 2016.
• ,,Globalisation and regional variety: problems of theorisation", in : Jürgen Schriewer (ed .), World Culture
Re-Contextualised. Meaning constellations and path-dependencies in comparative and international
education research, Routledge 2016, S. 119-137.
• ,,Multiple Modernities. Überlegungen im Anschluss an Max Weber", in: Transit 46 (2015), S. 24-44.
• ,,Aspekte und Probleme eines pluralen Moderne-Verständnisses", in: österreichische Zeitschrift für
Soziologie 38, Heft 4 (2013). VS-Springer, S. 333-354. DOl 10.1007/s11614-013-0106-2.
• ,,Zur Neubestimmung des Verhältnisses von Religion und Modeme. Säkularisierung, Differenzierung und
multiple Modernitäten", in: Christof Wolf und Matthias König (Hrsg.), Religion und Gesellschaft.
Sonderheft 53 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 65, Heft 1 (2013). Wiesbaden:
VS-Springer, S. 73-97. DOl 10.1007/s11577-013-0219-4.
• ,,Von der okzidentalen Moderne zur multiplen Moderne?", in: Hans-Peter Müller und Steffen Sigmund
(Hg.), Max-Weber-Handbuch. Leben-Werk-Wirkung, Stuttgart/Weimar 2014, S. 349-354.
• ,,Multiple Modernities: Konkurrierende Thesen und offene Fragen. Ein Literaturbericht in konstruktiver
Absicht", in: Zeitschrift für Soziologie 38, Heft 6 (2009), S. 454-456.
• (Hg.) ,,Die Vielfalt und die Einheit der Moderne. Kultur- und strukturvergleichende Analysen." Wiesbaden:
VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006; darin vom Herausgeber: Die Vielfalt und die Einheit der
Modeme. Perspektiven und Probleme eines Forschungsprogramms, S. 7-34.
• ,,Konvergenz, Divergenz oder Hybridisierung? Voraussetzungen und Erscheinungsformen von Weltkultur",
in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58 (2006), S. 201-232.
• ,,Weltgesellschaft, multiple Modeme und die Herausforderungen für die soziologische Theorie", in: Bettina
Heintz, Richard Münch und Hartmann Tyrell (Hg.), Weltgesellschaft. Theoretische Zugänge und
empirische Problemlagen. Sonderheft der Zeitschrift für Soziologie, Stuttgart: Lucius: 2005, S. 205 - 222.
• ,,Kulturvergleich in der globalisierten Modeme", in: Gert Albert et al. (Hg .), Das Weber-Paradigma. Studien
zur Weiterentwicklung von Max Webers Forschungsprogramm, Tübingen: Mohr (Siebeck) 2003, S. 301 -
327. 

Lebenslauf

Table

Seit 09/2008
W3-Professor am Max Weber-Institut für Soziologie der Universität Heidelberg (Professur für Allgemeine Soziologie mit dem Schwerpunkt Soziologische Theorie)
07/2006 – 08/2008
W3-Professor für Soziologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (Lehrstuhl fuer Soziologie I)
10/2003 – 06/2006
C4-Professor an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (Lehrstuhl fuer Soziologie I: Allgemeine und Theoretische Soziologie)
04/2000 – 09/2003
Oberassistent (C2-Beamter auf Zeit) am Institut für Soziologie der Universität Heidelberg
1999
Habilitation für das Fach Soziologie
1992
Promotion im Fach Soziologie
1987
Magister im Fach Soziologie und Politische Wissenschaften an der Universität Heidelberg

Externe Funktionen

  • Seit 2014: Ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.
  • Von 2010 - 2023: Mitherausgeber der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie.
  • Seit 2009: Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift für Soziologie.
  • 2014/2015: Fellow des Marsilius-Kollegs der Universität Heidelberg.
  • Gutachter der Alexander-von-Humboldt-Stiftung (Anneliese Maier-Forschungspreis), der Max-Planck-Gesellschaft (Max-Planck-Forschungspreis), der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Baden-Württemberg Stiftung (Eliteprogramm), der VolkswagenStiftung (Schlüsselthemen für Wissenschaft und Gesellschaft) und des Schweizer Nationalfonds 

Evaluationen und Auszeichnungen (Auswahl)

  • In einer sorgfältigen und differenzierten Evaluation aller 370 Soziologieprofessoren in Deutschland, die das wissenschaftliche Kapital, den Status und das Prestige misst, zählt Prof. Dr. Thomas Schwinn zu der kapitalstärksten Gruppe (vgl. Soziale Welt 69 (2018), Heft 2).
  • Award of Excellence in World Society Research 2008 der World Society Foundation (International Sociological Association) für den Artikel „Global Inequality beyond the Nation State?“, deutsche Version erschienen in: Berliner Journal für Soziologie 18 (2008), S. 8-31.
  • Die vom Wissenschaftsrat eingesetzte Expertenkommission „Soziologie“ hat die Forschungs- und Publikationstätigkeit von Prof. Dr. Thomas Schwinn in einem ausführlichen Evaluationsverfahren mit „sehr gut" bewertet.
  • Dritter Preis der Fritz Thyssen Stiftung für die besten deutschsprachigen sozialwissenschaftlichen Aufsätze des Jahrgangs 2001: „Staatliche Ordnung und moderne Sozialintegration”, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 53 (2001), S. 211-232.
  • Nominierung für den Preis der Fritz Thyssen Stiftung für die besten deutschsprachigen sozialwissenschaftlichen Aufsätze des Jahrgangs 1998: „Soziale Ungleichheit und funktionale Differenzierung: Wiederaufnahme einer Diskussion“, in: Zeitschrift für Soziologie 27 (1998), S. 3-17.
  • Nominierung für den Preis der Fritz Thyssen Stiftung für die besten deutschsprachigen sozialwissenschaftlichen Aufsätze des Jahrgangs 1997: „Die Entstehung neuer Ordnungen im antiken Griechenland. Eine struktur- und akteurtheoretische Analyse“, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 49 (1997), S. 391-409.

Wissenschaft in der Öffentlichkeit (Auswahl):

  • Interview vom 27.09.2013 im ORF: "Es gibt nicht nur eine Moderne".
  • Interview vom 17.04.2014 im Deutschlandfunk: Schwerpunktthema – Max Weber.
  • Organisierung der Vortragsreihe „Entfesselt: Kapitalismus, Religion und Demokratie“ zu Max Webers 100. Todestag. Die Vorträge wurden von der Abteilung Kommunikation und Marketing der Universität Heidelberg aufgezeichnet und können über heiONLINE verfolgt werden.
  • Max Weber 1920 – 2020: Aufmerksamkeits- und Rezeptionskonjunkturen. Vortrag von Prof. Schwinn, über heiONLINE zugänglich.
  • Wissenschaftseuphorie und Wissenschaftsskepsis. Vortrag im Studium Generale des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) 2024.

Differenzierungstheorie und soziale Ungleichheit

In diesem Forschungsschwerpunkt steht die Verknüpfung der zwei großen Theorietraditionen der Soziologie zur
makrosozialen Beschreibung und Erklärung gesellschaftlicher Grundstrukturen im Mittelpunkt:
Differenzierungstheorien und Ungleichheitstheorien. Beide laufen bisher weitgehend beziehungslos
nebeneinander her. Um diesen theoretisch wie empirisch unbefriedigenden Zustand zu überwinden, wird in den
folgender aufgeführten Arbeiten nach konzeptuellen Brücken und Verknüpfungen gesucht. Mit einer solchen
Kombination der beiden makrosozialen Grundachsen der Gesellschaft lassen sich viele Themen- und
Problemfelder adäquater analysieren als mit nur einer Strukturdimension: etwa Fragen der Plan- und
Steuerbarkeit moderner Gesellschaften, sozialer Ungleichheit und sozialer Integration; die Entwicklung von globalen Strukturen sozialer Ungleichheit. 

Unter anderem ist von Prof. Schwinn dazu in den letzten Jahren erschienen:

• Social Integration - Levels and Dimensions, in: SociaI Integration. Sonderheft 63 der Kölner Zeitschrift für 
Soziologie und Sozialpyschologie. Edited by Daniela Grunow, Patrick Sachweh, Uwe Schimank und
Richard Traunmüller. Wiesbaden: Springer VS 2023, S. 35-67.
• ,.Social lnequality - Theoretical Focus. Subject Regained - Attention Lost, in: Sociology in the Germanspeaking
World". Special lssue Soziologische Revue 2020. Edited by Bettina Hollstein, Rainer Gresshoff,
Uwe Schimank, Anja Weiß. Berlin/Boston: de Gruyter 2021, S. 381-397.
• ,.Soziale Ungleichheit in differenzierten Ordnungen. Zur Wechselwirkung zweier Strukturprinzipien".
Tübingen: Mohr Siebeck 2019.
• ,.Kritik der Meritokratie", in: Soziale Systeme 19 (2015), S. 184-193.
• ,.Zu Uwe Schimanks Versuch einer integrativen Theorie der modernen Gesellschaft", in : Zeitschrift für
Theoretische Soziologie 4 (2015), S. 275-283.
• ,.Soziale Milieus: Varianten und Entstehungsbedingungen", in: Peter lsenböck, Linda Nell, Joachim Renn
(Hrsg .): Die Form des Milieus. Zum Verhältnis gesellschaftlicher Differenzierung und Formen der
Vergemeinschaftung. 1. Sonderband der Zeitschrift für Theoretische Soziologie. Weinheim: Beltz-Juventa
2014, S. 150-167.
• ,.Soziale Differenzierung. Handlungstheoretische Zugänge in der Diskussion" (hrsg. zusammen mit
Clemens Kroneberg und Jens Greve). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2011, darin vom
Autor: .. Von starken und schwachen Gesellschaftsbegriffen. Verfallsstufen eines traditionsreichen
Konzepts", S. 27-44, ,.Zum Verhältnis von Differenzierungs- und Ungleichheitstheorie auf globaler Ebene" ,
S. 399-419, und ,,Perspektiven der neueren Differenzierungstheorie", S. 421-432.
• .,Wirtschaftssoziologie als Gesellschaftstheorie? Kritische Anfragen aus einer Weberschen Perspektive",
in: Andrea Maurer (Hg.): Wirtschaftssoziologie nach Max Weber. Wiesbaden: VS Verlag für
Sozialwissenschaften 2010, S. 199-225. • .,Nationale und globale Ungleichheit", in: Berliner Journal für Soziologie 18 (2008), S. 8-31 .
• .,Staatliche Ordnung und moderne Sozialintegration", in : Peter lmbusch (Wilhelm Heitmeyer (Hg.),
Integration - Desintegration. Ein Reader zur Ordnungsproblematik moderner Gesellschaften. Wiesbaden:
VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008, S. 469-490.
• ,.Ist Geschlecht ein soziologischer Grundbegriff? Ansprüche und Grenzen der Gender- und
Frauenforschung", in: Österreichische Zeitschrift für Soziologie 33 (2008), S. 28-44.
• .,Klasse, Ethnie und Geschlecht: Konstellationen sozialer Ungleichheit", in: Cornelia Klinger und GudrunAxeli
Knapp (Hrsg.), Achsen der Ungleichheit - Achsen der Differenz. Verhältnisbestimmungen von
Klasse, Geschlecht, ,,Rasse"/Ethnizität. Frankfurt/New York: Campus 2007, S. 271-286.
• Soziale Ungleichheit, Bielefeld : transcript 2007.
• ,.Differenzierung und soziale Ungleichheit. Die zwei Soziologien und ihre Verknüpfung", Frankfurt a. M.
2004, 2. Aufl. 2004, darin vom Herausgeber: .,lnstitutionelle Differenzierung und soziale Ungleichheit. Die
zwei Soziologien und ihre Verknüpfung" , S. 9-68; ,.Ständische Verhältnisse und Ordnungsbildung vom
Mittelalter bis in die Neuzeit", S. 71-102.
• ,.Differenzierung und soziale Integration. Wider eine systemtheoretisch halbierte soziologische Theorie",
in: Hans-Joachim Giegel und Uwe Schimank (Hg.), Beobachter der Moderne. Beiträge zu Niklas
Luhmanns „Die Gesellschaft der Gesellschaft", Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2003, S. 231-260
• Differenzierung ohne Gesellschaft. Umstellung eines soziologischen Konzepts, Weilerswist: Velbrück
Wissenschaft 2001.